Am 28. Jänner 2018 Ausschnitte der Art’s Birthdayparty im Kunstradio/Kunstsonntag Ö1 um 23:00 Uhr

http://www.kunstradio.at/2018A/28_01_18.html

MANFRED GRÜBL / RANGGLER lehnt sich an eine Arbeit an, die mit einem Wrestler in der Galerie LukasFeichtner umgesetzt wurde. Ranggeln ist ein Kampfsport, der bis zu den Kelten 400 bis 350 v. Chr. zurückgeht. Es ist eine ursprünglich archetypische Form des Kampfsports, der jährlich in über 2000 Meter am „Hundstoa“ in der Nähe von Saalfelden in einem natürlichen Amphitheater ausgetragen wird. Interessant ist auch das im „Fecht und Ringbuch“ von Albrecht Dürer Würfe und Griffe angeführt sind, die heute noch von den Rangglern verwendet werden. Zur Eröffnung zeigen 2 Ranggler unterschiedliche Griffe und Würfe. Der Kampf zwischen den beiden Rangglern wird auditiv aufgenommen, die Aufnahme bleibt während der Ausstellung gemeinsam mit der Plattform und den Sportmatten als Referenz erhalten.

Von Pfauen und Menschen

Von Pfauen und Menschen

Bei der Eröffnung der Biennale Venedig 2001 stolzierte ein seltsamer Besucher durch die Giardini und Arsenale, ja mischte sich sogar unter die illustren Gäste bei den abendlichen Empfängen in den altehrwürdigen Palazzi. Bei dem prächtig daherstolzierenden Spaziergänger handelte es sich um ein Mitglied der Spezies „Pavo Cristatus“ aus der Familie der „Phasianidae“, also der Fasane – gemeinhin Pfau genannt. Verantwortlich für diese skurrile Performance war der belgische Künstler Francis Alÿs, der den Pfau als eine Art Sinnbild für die Eitelkeit der Selbstdarsteller und Wichtigtuer an den Eröffnungstagen in der Lagunenstadt herummarschieren ließ. Was hier mit Witz daherkommt, hat also beträchtlichen Tiefgang – und das an der Lagune! ein Porträt der auch sonst sehr schrägen Performances des in Mexico City lebenden Belgiers lesen Sie ab Seite 66. EINE GEHÖRIGE PORTION HUMOR, manchmal auch nur eine Prise davon, und sei es eine bitter zynische, erleichtert den Zugang zu einem Kunstwerk, ja (ver-) führt in es hinein. der Spanier Santiago Sierra allerdings legt schon außerordentlich harte Bandagen an, wenn er etwa in eine jüdische Synagoge Autoabgase einleiten, den Spanischen Pavillon an der Biennale Venedig für Nichtspanier versperren und Arbeitslose für ein paar Dollar masturbieren lässt. Sierra ist der wohl derzeit umstrittenste, weil radikalste politische Künstler der Gegenwart, der vor drastischen Mitteln nicht zurückschreckt, um uns auf (gesellschafts-)politische Missstände hinzuweisen. Wie sehr seine Arbeit aber sehr wohl auf eine kunsthistorische Tradition zurückzuführen ist, zeigt sich im Gespräch mit dem Künstler (ab Seite 54). WIR KENNEN SIE ALLE, Sprichwörter wie: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, „Wer lacht, lebt länger“ oder „Lachen ist gesund“. Bezeichnenderweise gibt es kaum Redewendungen über das Weinen und die Trauer. Vielleicht halten wir es einfach lieber mit der antiken Überlieferung von der thrakischen Magd, die Thales auslacht, als er beim Spazierengehen den Himmel beobachtet hat und darob in den Brunnen gefallen ist. Ja, sogar das simple (Spazieren-)Gehen ist ein beliebter Topos in der zeitgenössischen Kunst (siehe Beitrag ab Seite 80).

Alexander Pühringer, 1961-2014 Die untitled-Redaktion trauert um ihren Chefredakteur Alexander Pühringer. „Die Vorhaben, die mich plagen," umschrieb Alexander Pühringer seine unzähligen Pläne und Visionen liebevoll in einem seiner Art Diary-Einträge. Ein unendliches Arsenal an Ideen lagerte in seinem Kopf, Stoff für viele Jahre, mit Titeln und Themen, die einem das Kunstwasser im Mund zusammen laufen lassen: Funny Games, Buried Secrets, Water World, Family Affairs, Night on Earth oder Money Money, um nur einige der von ihm konzipierten Magazinausgaben zu nennen. Alexander Pühringer war ein begnadeter Schreiber und ein erbarmungsloser Kritiker. Als unermüdlicher Tatendränger stellte er sich den KünstlerInnen und Kunstwerken unserer Welt und diese seit den 1980er-Jahren in seinen Texten und Interviews den LeserInnen vor. Alexander Pühringer war ein ebenso beharrlicher wie visionärer Chefredakteur und ein ebenso leidenschaftlicher wie sensibler Mensch. „Dem Wahnsinn entfliehen. Sich nicht vereinnahmen lassen. Das ist meine Zukunft," schrieb er 2011 vor dem allsommerlichen Rückzug in sein Haus am Lago Trasimeno in sein Tagebuch. Ende Juni erlag Alexander Pühringer im Alter von fast 53 Jahren in seiner Wahlheimatstadt Berlin seinem Krebsleiden. untitled war ein hochstrebendes Magazin mit langer Geschichte - leider noch zu jung, um ohne Alexander Pühringers treibende Kraft weitergeführt zu werden. Mit Bedauern müssen wir unseren LeserInnen nun mitteilen, dass untitled künftig nicht mehr erscheinen wird. Die aktuelle und letzte Ausgabe, untitled 005, steht Ihnen unter unten angeführtem Link als pdf zum Download zur Verfügung. Wir bitten die AnzeigenkundInnen und AbonnentInnen um Verständnis. FS