La Joconde / Paris 2010, Movie 2,22 min

Art in Art / 28.4–1.10.2017 / Exhibition opening: 27.4.2017

Curators: Delfina Jałowik, Monika Kozioł, Maria Anna Potocka / Co-ordinator: Agnieszka Sachar

Art in Art is another exhibition in our series that confronts important areas of life with their perception by artists. This exhibition will, however, differ from the others. The previous themes were ‘taken from life’ and analysed received truths and manipulations thereof. History showed the drama of war, patriotism and national identification. Sport revealed human ambition and potential. Economy warned against the power of money and its ubiquity. Crime probed the evil that is in us. Gender projected the prejudices related to gender. Medicine demonstrated the complexity of body addiction. Each of these topics has proved a direct source of existential symbols, which one can employ in one’s own commentary on the world that we have been condemned to live in. They delineate the limit of our functioning and mark out the extent of our freedom and dignity but also our iniquity. As for Art – it has no power to influence our lives directly. Art is there to provide reflection and both stimulate and provide depth to our critical perception of everything that existence entails. Such is the role of art, and this is the kind of art that MOCAK endeavours to show in all its activities. But art also has another, more ‘arty’ face – as one big conglomeration of familiar images of acclaimed pedigree, works with their own idiosyncratic context, in which they have thrilled and enraptured many. This collection includes masterpieces, representations of famous characters, specific compositional games and expressions and great scandals. Images taken ‘from art’ have considerable semantic capacity; each is a quotation as potent as a short text. Thus, artists frequently avail themselves of the art of others, for a variety of reasons, since this is an operation that can service all themes. The exhibition Art in Art does not wrestle with any particular existential problem but rather illustrates a sophisticated semantic game that is capable of dealing with a variety of issues. For this very reason, previous exhibitions in the series included works that contained ‘art in art’.

Artists: Elise Ansel, Krzysztof M. Bednarski, Rafał Bujnowski, Léo Caillard, Enrique Chagoya, Vuk Ćosić, Oskar Dawicki, Sven Drühl, Edward Dwurnik, Pola Dwurnik, Marian Eile, Roberto Fassone / Valeria Mancinelli, Simon Fujiwara, Tezi Gabunia, Dorothee Golz, Manfred Gruebl, Aneta Grzeszykowska, Debora Hirsch, Vlastimil Hofman, Ewa Juszkiewicz, Alexandra Kehayoglou, Jerzy Kosałka, Katarzyna Kozyra, The Krasnals. (Whielki Krasnal), Tomasz Kręcicki, Zofia Kulik, Robert Kuśmirowski, Isabelle le Minh, Anka Leśniak, Łódź Kaliska, Marcin Maciejowski, Marcello Maloberti, Shahar Marcus, Hiroyuki Masuyama, Bartek Materka, Yasumasa Morimura, Bjørn Nørgaard, Shinji Ogawa, ORLAN, Tanja Ostojić, Géza Perneczky, Zbigniew Pronaszko, Quayola, Ad Reinhardt, Adam Rzepecki, Nicola Samorì, Christian D. Schmit, Cindy

MITGEBRACHT III ERÖFFNUNG 29. JUNI UM 19 UHR

MITGEBRACHT III ERÖFFNUNG 29. JUNI UM 19 UHR

Wiener Zeitung Nr. 123 / Samstag - Sonntag, 25. / 26. Juni 2016 / www.wienerzeitung.at

Wiener Zeitung Nr. 123 / Samstag - Sonntag, 25. / 26. Juni 2016 / www.wienerzeitung.at

Personal installation / Sprüth Magers Galerie, Berlin / Secession, Wien

48 Stunden lang ONE DAY HOME / ein Gespräch zwischen Clemens Bauder und Manfred Grübl / DIE REFERENTIN

48 Stunden lang ONE DAY HOME / ein Gespräch zwischen Clemens Bauder und Manfred Grübl / DIE REFERENTIN

www.diereferentin.at

Titel: Manfred

Titel: Manfred

Schicken Sie mir einen Brief mit einer Widmung an die Adresse, 4633 Grübl 10, und Sie bekommen eine Maximumkarte mit meiner Briefmarke zurück!

Die Arbeit Manfred ist ein sehr persönlicher Verweis auf meine Herkunft und mein Leben in den frühen 1980er Jahren. Gewisse Eigenschaften, charakteristische Rollenmuster und Strukturen innerhalb des Systems Familie wirken sich über Generationen hinweg auf jede individuelle Entwicklung prägend aus. Manfred reflektiert insbesondere die Person meines Vaters, eines ehemaligen Postbeamten aus Tamsweg, meine Beziehung zu ihm und die Orte einer Familiengenealogie. Familien- oder Ortsnamen entstanden sehr oft aufgrund charakteristischer und/oder topographischer Eigenheiten. Die Orte mit Namen Grübl könnten so von Grüblein, grübeln oder Grube abgeleitet worden sein. Absurd ist, dass es innerhalb eines kleinen Zirkels gleich drei Orte mit demselben Namen gibt, entstanden vermutlich durch eine familiäre Weiterentwicklung, deren Aufzeich- nungen bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Grübl könnte sich aber auch von Grybl, das aus dem Jüdischen kommt, ableiten, denn wie man weiß, sind Namen bei Eintragungen sehr oft abgewandelt worden. Das Sammeln von Marken ist eine skurrile Welt, die sich in allen Gesellschaftsschichten findet. Marken sind Wertzeichen, die nicht gefälscht werden dürfen. Dennoch sind in Sammlerkreisen u. a. zahlreiche Kriegspost- und Propagandaplagiate in Umlauf, die wegen ihres enormen Sammlerwertes wiederum gefälscht werden. Interessant scheint mir auch, dass das Spezialisieren auf bestimmte Motive bei PhilatelistInnen nicht besonders geschätzt wird, weil es sich nach ihrer Meinung nur um eine bloße Anhäufung von Briefmarken handle, die mit nichts zu begründen sei. Vergleichbar mit diversen Kunstsammlungen, die nur eine bestimmte Richtung oder Technik repräsentieren bzw. im weiteren Sinn motivisch sammeln. Es ist üblich, dass Staatsoberhäupter auf Briefmarken abgebildet werden. Es ist eine Würdigung und Repräsentation des jeweiligen Ausgabelandes. Geehrt kann praktisch alles werden, vom Vogel, über die Architektur bis hin zu Ereignissen, sofern sie sich nicht gegen den Staat richten. Mit der Umstrukturierung des militärischen Nachrichtendienstes hat sich auch die Wertigkeit der Briefmarke verändert. Heute kann fast jede Person ohne besondere Voraussetzungen eine eigene Marke produzieren, die auch als Wertzeichen verwendet werden kann. Die Briefmarke Grübl ist eine Selbstwürdigung des Namens Grübl und der Personen, die mit diesem Namen im ‘Staat der Familie’ verknüpft sind. Sie wurde von der Österreichischen Post produziert, ist aber nur in Verbindung mit einem Briefwechsel erhältlich und kann sowohl als Kunstwerk als auch als Marke für den Transport diverser Post verwendet werden. Das Sammeln von Marken ist an sich schon eine kunstvolle Arbeit. Mit dem Austausch der Briefe und Briefmarken soll eine interaktive künstlerische Arbeit entstehen, die sich aus der Mappe heraus in einem kontextualisierten Raum zusammenfügt.

Von Pfauen und Menschen

Von Pfauen und Menschen

Bei der Eröffnung der Biennale Venedig 2001 stolzierte ein seltsamer Besucher durch die Giardini und Arsenale, ja mischte sich sogar unter die illustren Gäste bei den abendlichen Empfängen in den altehrwürdigen Palazzi. Bei dem prächtig daherstolzierenden Spaziergänger handelte es sich um ein Mitglied der Spezies „Pavo Cristatus“ aus der Familie der „Phasianidae“, also der Fasane – gemeinhin Pfau genannt. Verantwortlich für diese skurrile Performance war der belgische Künstler Francis Alÿs, der den Pfau als eine Art Sinnbild für die Eitelkeit der Selbstdarsteller und Wichtigtuer an den Eröffnungstagen in der Lagunenstadt herummarschieren ließ. Was hier mit Witz daherkommt, hat also beträchtlichen Tiefgang – und das an der Lagune! ein Porträt der auch sonst sehr schrägen Performances des in Mexico City lebenden Belgiers lesen Sie ab Seite 66. EINE GEHÖRIGE PORTION HUMOR, manchmal auch nur eine Prise davon, und sei es eine bitter zynische, erleichtert den Zugang zu einem Kunstwerk, ja (ver-) führt in es hinein. der Spanier Santiago Sierra allerdings legt schon außerordentlich harte Bandagen an, wenn er etwa in eine jüdische Synagoge Autoabgase einleiten, den Spanischen Pavillon an der Biennale Venedig für Nichtspanier versperren und Arbeitslose für ein paar Dollar masturbieren lässt. Sierra ist der wohl derzeit umstrittenste, weil radikalste politische Künstler der Gegenwart, der vor drastischen Mitteln nicht zurückschreckt, um uns auf (gesellschafts-)politische Missstände hinzuweisen. Wie sehr seine Arbeit aber sehr wohl auf eine kunsthistorische Tradition zurückzuführen ist, zeigt sich im Gespräch mit dem Künstler (ab Seite 54). WIR KENNEN SIE ALLE, Sprichwörter wie: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, „Wer lacht, lebt länger“ oder „Lachen ist gesund“. Bezeichnenderweise gibt es kaum Redewendungen über das Weinen und die Trauer. Vielleicht halten wir es einfach lieber mit der antiken Überlieferung von der thrakischen Magd, die Thales auslacht, als er beim Spazierengehen den Himmel beobachtet hat und darob in den Brunnen gefallen ist. Ja, sogar das simple (Spazieren-)Gehen ist ein beliebter Topos in der zeitgenössischen Kunst (siehe Beitrag ab Seite 80).

Alexander Pühringer, 1961-2014 Die untitled-Redaktion trauert um ihren Chefredakteur Alexander Pühringer. „Die Vorhaben, die mich plagen," umschrieb Alexander Pühringer seine unzähligen Pläne und Visionen liebevoll in einem seiner Art Diary-Einträge. Ein unendliches Arsenal an Ideen lagerte in seinem Kopf, Stoff für viele Jahre, mit Titeln und Themen, die einem das Kunstwasser im Mund zusammen laufen lassen: Funny Games, Buried Secrets, Water World, Family Affairs, Night on Earth oder Money Money, um nur einige der von ihm konzipierten Magazinausgaben zu nennen. Alexander Pühringer war ein begnadeter Schreiber und ein erbarmungsloser Kritiker. Als unermüdlicher Tatendränger stellte er sich den KünstlerInnen und Kunstwerken unserer Welt und diese seit den 1980er-Jahren in seinen Texten und Interviews den LeserInnen vor. Alexander Pühringer war ein ebenso beharrlicher wie visionärer Chefredakteur und ein ebenso leidenschaftlicher wie sensibler Mensch. „Dem Wahnsinn entfliehen. Sich nicht vereinnahmen lassen. Das ist meine Zukunft," schrieb er 2011 vor dem allsommerlichen Rückzug in sein Haus am Lago Trasimeno in sein Tagebuch. Ende Juni erlag Alexander Pühringer im Alter von fast 53 Jahren in seiner Wahlheimatstadt Berlin seinem Krebsleiden. untitled war ein hochstrebendes Magazin mit langer Geschichte - leider noch zu jung, um ohne Alexander Pühringers treibende Kraft weitergeführt zu werden. Mit Bedauern müssen wir unseren LeserInnen nun mitteilen, dass untitled künftig nicht mehr erscheinen wird. Die aktuelle und letzte Ausgabe, untitled 005, steht Ihnen unter unten angeführtem Link als pdf zum Download zur Verfügung. Wir bitten die AnzeigenkundInnen und AbonnentInnen um Verständnis. FS