Ranggeln / 2017

Ranggeln ist eine archetypische Form des Kampfsports, die bis zu den Kelten 400 bis 350 v. Chr. zurückgeht. Interessant ist auch, dass im Fecht- und Ringbuch von Albrecht Dürer Würfe und Griffe angeführt sind, die heute noch von den Rangglern verwendet werden. Zur Eröffnung im Nexus zeigen zwei Ranggler einen möglichen Ablauf einer Gegnerschaft. Der Kampf zwischen den beiden Rangglern wird auditiv aufgenommen, die Aufnahme bleibt während der Ausstellung gemeinsam mit der Plattform und den Sportmatten als Referenz erhalten.

Manfred Grübls Installationen und Interventionen stellen sich der Frage, wie bestehende Ordnungen des Betriebssystems Kunst durchbrochen werden können. Seine Aktionen, wie z.B. die Inszenierung des vermeintlichen Diebstahls der Mona Lisa aus dem Louvre, oder die Aktion mit PerformerInnen in der Sprüth Magers Galerie, die während der Eröffnung einer Andreas Gursky Ausstellung bewegungslos im Raum verharrten, passieren spontan und ohne institutionelle Einladung. Damit beansprucht Grübl sein „demokratisches Recht, sich auch ungefragt an einem öffentlichen Ort zu äußern und zu präsentieren“ (Linda Klösel, EIKON, 2010). Es geht dabei nicht um Störaktionen, sondern um die Untersuchung der Beziehungen zwischen BesucherInnen, KünstlerInnen und dem etablierten Kunstbetrieb. In der Kunsthalle NEXUS zeigt Manfred Grübl Arbeiten, die von den AusstellungsbesucherInnen benützt werden können. Er bezieht sich u.a. auf unterschiedliche örtlich ansässige Vereine wie Hundeverein, Jagdverein und die Ranggler. Der Künstler will damit auch ein Publikum erreichen, das normalerweise vom Kunstbetrieb nicht angesprochen wird, ein Publikum, von dem er sich eine differenzierte Herangehensweise erwartet. Die einzelnen Arbeiten in der Kunsthalle Nexus haben bewußt keinen Bezug zueinander. Es sind Arbeiten wie Begehbare Burka (eine begehbare Skulptur einer um das 4fach vergrößerten Burka aus Nadelstreif), Sharpener, ein Video aufgenommen in LA mit einem modifizierten Fahrrad, go left – go right ein pendelnder Lautsprecher der den AusstellungsbesucherInnen Instruktionen gibt, wie sie sich im Raum zu bewegen haben, Intimzone Paravent, ein Raum im Ausstellungsbereich, in der benutzbare Requisiten zur Verfügung gestellt werden.